Der mit den langen Ohren...

April 4, 2018

 

 

Wir hatten es allen angekündigt, dass wir am Ostermontag für sie da sein würden, aber als Anja nach der Vorbereitung vorfuhr und wir begannen, aufzubauen, war der Platz doch sehr leer. Sollte unsere Mühe doch umsonst gewesen sein? Hatten sie es doch vergessen?

 

Zunächst begrüßten wir Sabine aus Kleve. Sie war durch Thomas auf uns aufmerksam geworden und wollte einmal bei einer Tour dabei sein, eigentlich mit Thomas gemeinsam, der nun doch leider arbeiten musste. Aber davon ließ sich Silvia nicht abhalten. Sie kam und brachte uns sogar noch tolle Spenden mit. Gleich war sie bereit, das Mixen der Getränke zu übernehmen. Und so war sie gleich voll im Team integriert.

 

Zwei leckere Essen hatten wir im Angebot, im ersten Topf war Sauerkraut mit Kartoffeln und Kassler von unserer Topfpatin Ulla und im zweiten hatten wir Kartoffelsuppe von der tollen Sammelaktion von Dany Kuhnt in Borken. Aber würden wir überhaupt so viel Essen ausgeben können?

Auch hatten wir, trotz Feiertag, reichlich Gebäck, Brötchen und Brot von der @Bäckerei Förster durch Micha gebracht bekommen.
Hendrik übernahm die Ausgabe, hatte aber auch Bedenken, ob er das alles verteilt bekäme.

Und dann unsere Osterüberraschungen! Wir hatten 56 Osterkörbchen vorbereitet! Und nun stand nur ein kleines Trüppchen vor den Tischen und wartete auf die Ausgabe.

 

Zuversichtlich legten wir einfach los. Rita und Steffi füllten die Suppenschalen, Anja, Ingrid und ich verteilten die Osterkörbchen und sprangen dort ein, wo es nötig war.
Und siehe da, innerhalb weniger Minuten füllte sich dann doch der Platz mit gut gelaunten Gästen, die uns frohe Ostern wünschten und sich über unser Angebot freuten. Der Eintopf schmeckte ihnen sehr gut und gerne nahmen sie bunte Eier zum Brot.

 

Und als sie dann an den Tisch kamen, auf dem unser Hase stand, umgeben von bunten, gefüllten Osterkörbchen, da hättet ihr ihre Gesichter sehen sollen! Die Augen wurden immer größer und sie ließen sehnsüchtige Blicke über den Tisch schweifen. Das war zu schön, zu beobachten! Manche konnten es gar nicht fassen, als sie ein Körbchen überreicht bekamen. Sie durften sich sogar die Farbe aussuchen.

 

Einer meinte: „Gelb/schwarz geht gar nicht! Da nehme ich doch lieber ein Blaues!“ und zwinkerte mir zu.
Ein Weiterer stellte uns die Aufgabe, eins auszuwählen, was so gar nicht zu ihm passen würde und völlig entgegengesetzt zu seinem Erscheinungsbild sei. Als wir ihm, der ganz schwarz gekleidet war, ein pinkfarbenes reichten, amüsierte er sich köstlich.
Als H. kam, reichten wir ihm sein Körbchen mit den Worten „Sind aber leider keine Dominosteine drin“. Er schmunzelte. Die liebt er ja so und hatte sie in der Weihnachtszeit fast suchtartig genossen. Aber nun freute er sich genauso über die Schokolade.

Nicht einer, der seine Freude und Überraschung nicht ganz deutlich zeigte. Das hat so Spaß gemacht!
Gerade, beim Bearbeiten der Bilder, ist es mir richtig schwer gefallen, die Gesichter der Gäste beim Überreichen zu verpixeln. Für diese Blicke hat sich alle Mühe gelohnt!

 

Als C. zu unserm „Hasentisch“ kam, fiel ihm beim Anblick der Osterkörbchen ein, dass er letztes Jahr Ostern noch zusammen mit seinem im August verstorbenen Freund Georgio bei uns war.
Nun stand er da, beide Hände voll, in der einen eine gefüllte Suppenschale und in der anderen Brot, Ei, eine Milchpackung und das Osterkörbchen und wollte sich mitteilen, legte dazu seine Hand auf die Brust und wiederholte immer wieder Georgios Namen. Dabei kippte er sich das Sauerkraut über den Pullover, ließ die Milch fallen, die sich gleich auf dem Boden ergoss und rempelte dann auch noch versehentlich jemanden an, dessen Osterkörbcheninhalt sich daraufhin ebenfalls auf dem Boden verteilte. Überschwänglich entschuldigte er sich, begann schnell, alles wieder einzusammeln und seinen Pullover mit einem gereichten Tuch zu reinigen. Er tat mir leid. Er ist sonst schon mal sehr fordernd, aber nun stand er da wie ein Häufchen Elend, versuchte sein Malheur wieder gut zu machen und bedankte sich dann mehrmals für alles, was er von uns bekommen hatte.

Ja, auch ich erinnere mich noch gut, wie sehr sich letztes Jahr auch Georgio gefreut hatte. Er fehlt uns immer noch sehr! So hatte unsere Osterüberraschung auch die Erinnerung an ihn ausgelöst.

 

Inzwischen waren uns zwei Körbchen geleert zurückgereicht worden. Micha ulkte noch „Hier, eine Reklamation!“  Und ich erklärte: „Da ist aber kein Pfand drauf!“  Alle hatten Spaß.  :D
Ich begann, mir Sorgen zu machen, dass sie doch nicht für alle reichen würden. Aber Bea hatte Hendrik einige Süßigkeiten mitgegeben. Ich stibitzte schnell zwei Eier an seinem Tisch und füllte die Körbchen zusätzlich mit den Schokoladeneiern und- küken auf und schon konnten wir zwei weitere Gäste überraschen.

 

Schon um 20:15 Uhr waren wir total ausverkauft. Die Töpfe waren leer, alle Eier verteilt, nur noch ganz wenig Brot da und der Kaffeebehälter komplett geleert. Ein einsames Osterkörbchen stand noch auf dem Tisch. Wir begannen, zusammenzuräumen und die Tische abzubauen, als doch noch C. kam und ein wenig maulte, weil wir schon die Ausgabe beendeten. Als Ingrid ihm dann aber Brot und Käse reichte und ich ihm das letzte Osterkörbchen, da hellte sich sein Gesicht auf und man sah ihm an, wie er sich freute. Er bedankte sich herzlich.

Monnomann, da hatte der Osterhase aber genau kalkuliert! Nicht einer ging leer aus und wir haben auch keine Körbchen übrig, wie in den vergangenen Jahren. Klasse!
Ihr Spender habt dem Hasen da toll geholfen, die Körbchen zu füllen und für die nächsten Tage haben wir noch Süßes zum Dazureichen!  Naschen tun sie ja alle gerne!

 

Silvia machte sich auf den weiten Heimweg und wir hoffen, es hat ihr Spaß gemacht mit uns und sie kommt nochmal wieder.

 

Sehr zufrieden sind wir dann alle nach Hause gefahren und im nächsten Jahr wird selbstverständlich wieder dieser Kerl dabei sein, der mit den langen Ohren.

 

 

 

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